Martin Anthamatten verrät seine besten Tipps für die PdG 2026
57,5 Kilometer, knapp 4'400 Höhenmeter und eine Nacht im Hochgebirge: Die PdG verlangt alles. Martin Anthamatten kennt diese Herausforderung wie kaum ein anderer und blickt 2026 auf zwei Jahrzehnte Erfahrung mit dem Rennen zurück. Seine Tipps zeigen, wie aus harter Vorbereitung Vertrauen, Ruhe und Stärke für den Renntag werden.
PdG 2026: 7 Profi-Tipps für deine Vorbereitung zum Skitourenrennen in Zermatt
Die Patrouille des Glaciers ist kein gewöhnliches Rennen, sie ist der ultimative Härtetest. Es stehen 57.5 km und knapp 4'400 hm auf dem Programm. Wer nachts in Zermatt an der Startlinie steht, weiss: Das hier wird weh tun. Zwischen Gletschern und dünner Luft zählt am Ende nicht der schönste Rennanzug, sondern der pure Wille und das Team.
ZERMATTERS begleiten die PDG seit Jahrzehnten. Für uns ist dieses Rennen kein Trend, sondern Walliser Herzblut. Und wer könnte besser erklären, wie man die Strecke von Zermatt nach Verbier knackt, als einer, der hier zu Hause ist und sie schon mehrmals absolviert hat?

Martin Anthamatten: 20 Jahre Erfahrung beim härtesten Skitourenrennen
Wenn Martin über die Patrouille des Glaciers spricht, redet er nicht um den heissen Brei herum. Der Zermatter Bergsportathlet hat 2006 als Amateur angefangen. 2026 feiert er sein 20-jähriges Jubiläum bei der PdG. Mit zwei Siegen und zwei zweiten Plätzen im Gepäck weiss er genau, worauf es ankommt.
Hier sind seine unverblümten Tipps für alle, die bei der Patrouille 2026 nicht nur ankommen, sondern abliefern wollen:

Deine PdG Vorbereitung: Worauf es wirklich ankommt

1. Team-Spirit: In der Dreier-Patrouille zählt das Wir:
Vergiss Ego-Trips. Wenn einer in deiner Patrouille ein Tief hat, haben es alle. Man muss sich blind verstehen. Wer sich im Training schon nicht riechen kann, wird spätestens bei der Rosablanche-Portage mental einbrechen.
2. Ernährungstraining: Essen unter Belastung:
Dein Magen wird rebellieren, wenn du erstmals nachts um zwei Uhr Gels in dich hineinstopfst. Trainiere das! Teste im Vorfeld genau, welcher Riegel nicht wie Beton im Bauch liegt. Der Essrhythmus muss sitzen, bevor der Startschuss in Zermatt fällt.
3. Lange Trainingseinheiten für Skitourenrennen: „Time in Motion“:
Klar, du brauchst Kondition. Aber Martin rät: Fokus auf „Time in Motion“. Verbringe viele Stunden am Stück draussen auf den Skitourenski. Dein Körper muss lernen, mit der Ermüdung umzugehen, die erst nach ein paar Stunden in der Höhe einsetzt.
4. Technik & Seilhandling: Effizienz am Berg:
Bei der PdG entscheiden oft die Details. Das Seilhandling muss im Schlaf funktionieren – auch mit klammen Fingern. Wichtig: Der stärkste Athlet geht nur dann vorne, wenn er das Team ziehen kann, ohne es zu „zerreissen“.


5. Kälte und Höhe: Unterschätze die Walliser Alpen nicht:
Warte nicht mit dem Anziehen, bis du zitterst. Wer einmal auskühlt, kommt in der dünnen Luft kaum wieder auf Betriebstemperatur. Das richtige Layering ist keine Empfehlung, sondern die Strategie zum Erfolg.
6. Respekt vor der Natur: Sicherheit geht vor:
Wir sind hier im hochalpinen Gelände. Wenn die Bedingungen nicht fürs Trainieren passen, bleibt man daheim. „Nichts erzwingen“, sagt Martin trocken. Die Berge sind immer stärker als dein Trainingsplan.
7. Regeneration: Wer rastet, der gewinnt:
Übertraining ist der grösste Feind jeden Sportlers. Viele machen den Fehler, bis kurz vor dem Start in Zermatt voll durchzupowern. Aber Fakt ist: Ein ausgebrannter Motor bringt dich nicht über die Tête Blanche und Rosablanche. Wer am Renntag seine volle Leistung abrufen will, muss den Mut haben, die Beine auch mal hochzulegen. Erholung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein fester Bestandteil deines Trainingsplans. Nur mit frischen Batterien hast du im Ziel in Verbier noch ein Lächeln im Gesicht.

Gemeinsam Richtung PdG 2026
Martin greift 2026 wieder an, zusammen mit Aurélien Gay und Rémi Bonnet. Das Ziel für das Team Suisse 1? Zuoberst auf dem Treppchen in Verbier zu stehen.

Und du? Egal ob du die lange Strecke ab Zermatt oder die kurze Variante ab Arolla anpeilst: Wir von ZERMATTERS unterstützen dich bei deiner PdG Vorbereitung. Ob technisches Coaching, Materialcheck oder die letzte Vorbereitungstour mit einem erfahrenen Bergführer, melde dich bei uns im Büro.
Wir von der ZERMATTERS Homebase wünschen Martin, seinem Team und allen anderen Teilnehmenden eine gute Vorbereitung und eine erfolgreiche Patrouille des Glaciers 2026!
Martin Anthamatten
Martin Anthamatten ist einer der erfolgreichsten Bergsportathleten der Schweiz und sowohl im Winter als auch im Sommer auf höchstem Niveau unterwegs. Die Bilder in diesem Beitrag wurden freundlicherweise von Martin zur Verfügung gestellt und stammen von der Patrouille des Glaciers 2022, als sich das Team Suisse 1 um Martin Anthamatten, Rémi Bonnet und Werner Marti in einer Zeit von 6 Stunden 35 Minuten und 36 Sekunden den Sieg sicherten.
Als Bergführer bei ZERMATTERS kennt er die Berge rund um Zermatt bestens und lebt seine Leidenschaft täglich. Zudem ist er Zeichner EFZ mit Fachrichtung Architektur.












